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Panther sind Schildkröten ohne Winterstarre

29th Jan 2012

Die Menge an Leuten die „Schildkröten ohne Winterschlaf“ und „Schildkröten ohne Winterruhe“ suchen ist nicht zu unterschätzen. Ganz davon abgesehen, dass keine Schildkröte Winterschlaf hält, sondern maximal in die Winterstarre geht, sollte man sich genau überlegen ob man eine Schildkröte ohne „Winterschlaf“ wirklich halten „kann“. Ich habe Pantherschildkröten und stand vor einiger Zeit vor der Entscheidung ob ich das wirklich möchte. Über einige Dinge musste ich mir im Klaren werden, bevor ich neben den fünf Griechischen Landschildkröten jetzt Pantherschildkröten holte.

Warum Pantherschildkröten?

Karl - meine erste Pantherschildkröte - Geboren 2009

Ich suchte eine Art von Schildkröten, die ich das ganze Jahr über bei ihren Aktivitäten beobachten kann. Es gibt neben den Pantherschildkröten noch ein paar, u.a. auch eine Unterart der Maurischen Schildkröte. Aber meine Faszination für große Schildkröten spielte auch eine Rolle. Ich habe zwischendurch auch viel über die Spornschildkröte gelesen und sehr viel über die Waldschildkröte. Am Ende blieb ich aber bei der Pantherschildkröte hängen. Sie macht keine Winterstarre, ist gut in Gefangenschaft zu halten und wird – wenn man wie ich, die kleinere Unterart nimmt – auch nur 30 bis 45 cm groß und das bei einem Gewicht von etwa 15 kg. Die große Art wird bis 70cm und das ist mir insgesamt doch etwas zu groß.

Überlegen musste ich mir auch alles für die Winterzeit. Da ich meine erste Pantherschildkröte im Winter holte, musste ich mit einem Terrarium anfangen. Das Tier ist mir 8cm und anfangs nur 73 Gramm aber auch fürs Terrarium geeignet. Im Sommer sind die Tiere im Freiland und bis zu einer bestimmten Größe und einem gewissen Gewichtsvorteil sind sie auch mit den Griechischen Landschildkröten zusammen. Selbstverständlich ist spätestens bei der Geschlechtsreife kein gemeinsames Freiland mehr möglich. Aber auch daran habe ich gedacht. Wenn es so weit ist, kann jede Art problemlos ein eigenes großzügiges Freiland bekommen und artgerecht gehalten werden.

Kostenfaktoren

  • Stromkosten
  • Tierarztkosten
  • Futterkosten

Schildkröten kosten Geld und das wird über viele Jahrzehnte so sein. Einmal im Jahr muss jedes Tier zum Tierarzt und wenn es erkrankt sogar noch öfter. Steckt es andere Tiere an, weil es nicht rechtzeitig in Quarantäne kam, muss man ggf. mit mehreren Tieren zum Arzt. Die Kosten beim Arzt sind für eine Kotprobe und Untersuchung wegen Parasiten mit etwas unter 100 Euro pro Tier noch überschaubar, aber können schnell steigen. Als eine Art „Versicherung“ sollte man sich 150 Euro pro Jahr für jedes Tier ansparen und zur Seite legen. Wenn mal ein hartes Jahr kommt, ist immer Geld für den Tierarzt da.

Strom für Heizung, Lichtquellen etc. wird auch gebraucht und bei Pantherschildkröten sogar das ganze Jahr. Die Tiere wollen bis 45 Grad unter der Wärmelampe haben. Die Umgebung sollte den ganzen Tag bei 25 bis 30 Grad beheizt sein. In der Nacht sollten die Temperaturen nicht unter 18 Grad sinken. Bestenfalls wird man bei 20 Grad fürs Wohl der Tiere sorgen. Den ganzen Winter über muss man täglich 10 bis 12 Stunden für richtig viel Licht und Wärme sorgen.

Wenn die Pantherschildkröten dann groß werden und 25 oder gar 30cm an Größe haben, muss man für den Winter gut und gerne 10 Quadratmeter bei 2 adulten Tieren einrichten und beheizen. Besser ist alles was größer ist und ganz ehrlich, so groß ist bei manchen Leuten nicht einmal die Küche. Im Sommer sollte das Freiland mindestens über 30 Quadratmeter verfügen aber ich denke hier ist eine Empfehlung von ab 60 Quadratmeter das schon ziemlich gering. Viele Halter die wirklich gut zu ihren Panthern sind, halten sie im Sommer ausgewachsen auf mindestens 100qm.

Und ein Frühbeet tut es bei 30 cm Tieren auch nicht mehr. Dann muss man mit einem Gewächshaus arbeiten. Das kostet ebenfalls ordentlich Geld.

Will man nur Pantherschildkröten oder kann man sich die Tiere auch für Jahrzehnte leisten? Man spricht von über 50 Jahren bei der kleinen Unterart der Pantherschildkröten! Das können gut und gerne 10.000 Euro Arztkosten werden und die Stromkosten?

Ich habe es mir genau überlegt, aber hast Du es Dir auch überlegt?

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