Griechische Landschildkröte

Griechische Landschildkröte

Hallo Besucher,

auf dieser Seite dreht sich alles um die Griechische Landschildkröte. Landschildkröten sind sehr beliebte Haustiere, aber ihre artgerechte Haltung ist nicht immer einfach. Zu schaffen ist sie allerdings. Fachkundige Informationen und Wissenswertes aus meinen Erfahrungen mit Griechen schreibe ich auf dieser Seite.

Hinweis: Der Besuch meiner Website und die hier befindlichen Informationen, ersetzen niemals den Besuch und die Beratung bei einem Tierarzt der auf Reptilien (Schildkröten) spezialisiert ist.

Ich wünsche Dir jetzt viel Spaß auf meiner Seite. Ich freue mich auch, wenn Du meine Seite an Freunde und Bekannte empfiehlst, die sich ebenfalls mit der Griechischen Landschildkröte auseinandersetzen.

Wichtig: Informationen über Griechische Landschildkröten beziehen sich auf meiner Seite immer auf die Haltung in einem Freigehege. Ich bin ein großer Freund von Freilandhaltung und verzichte aus diesem Grund auch auf alle Infos, die es zur Terrarienhaltung gibt. Bitte habt dafür Verständnis und bitte schafft euch eine Griechische Landschildkröte nur dann an, wenn ihr Freiland bieten könnt. Die wenigen Informationen zur Haltung im Terrarium dienen dazu, ein Tier  in Quarantäne zu halten – etwa aus gesundheitlichen Gründen.

Testudo hermanni boettgerie

Bei der Testudo hermanni boettgeri handelt es sich um die Griechische Landschildkröte. Sie ist eine von drei im europäischen Teil des Mittelmeerraumes beheimateten Schildkröten der Testudo-Gattung. Durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume und die Haltung der Schildkröten als Haustiere, ist der Bestand an Wildtieren in den letzten Jahrzehnten stark gesunken. Schutzmaßnahmen dienen dem langfristigen Erhalt der Tiere. Daher muss jedes Tier nach dem Schlupf auch gemeldet werden. Jeder Kauf und Verkauf, sowie jedes verstorbene Tier ebenfalls.

Eigenschaften der Testudo hermanni boettgeri

Sie ist eine kleine bis mittelgroße Landschildkröte und erreicht eine Größe von bis zu 25 cm. Eher normal sind aber Exemplare mit 20 cm Größe. Der Bauchpanzer (Plastron) ist bei männlichen und weiblichen Tieren starr und hat kein Scharnier vor den Hinterbeinen. Die Wölbung des Rückenpanzers (Carapax) ist mittelstark, jedoch bei der Testudo hermanni boettgeri etwas niedriger gewölbt als bei der Testudo hermanni hermanni. Betrachtet man den Rückenpanzer aus der Draufsicht, sieht man seine meist ovale Form. Farblich handelt es sich um einen gelb bis olivfarbenen Panzer mit schwarzer Fleckung. Die aus Knochenplatten bestehende Panzerkapsel wird Hornschilden bedeckt. Eine Testudo hermanni boettgeri kann man auch am Schwanzschild „mit“ erkennen, denn meist ist dieses zweigeteilt. Bezeichnend für eine Testudo hermanni ist auch der Hornnagel am hinteren Ende. Dieser ist bei männlichen und weiblichen Tieren vorhanden. Beim Bauchpanzer findet man nur einzelne, schwarze Flecken, aber keine dunklen Farbbänder. Seine Grundfarbe ist immer Hornfarben.

Adulte Landschildkröten haben ein Gewicht von 800 bis 1100 Gramm. Manchmal sind die Tiere auch etwas schwerer. Wie beim Menschen, kann man auch bei der Schildkröte keine Normwerte nennen, die nicht hier und da auch durchbrochen werden. Wichtig ist, die Tiere ordentlich zu ernähren und nie zu viel Futter zur Verfügung zu stellen. Bei zu viel Futter droht zu schnelles Wachstum, was innere Schäden an den Organen zur Folge haben „kann“ und die bekannte Höckerbildung stark fördert.

Jungtiere

Nach der Zeit im Inkubator oder der Brutzeit im Freiland (nur selten in Gefangenschaft gemacht) kommen kleine Schildkröten mit einem Gewicht ab 12 Gramm zur Welt. Die kleinen Tiere beginnen sehr bald mit der Nahrungsaufnahme und suchen auch schon das Wasser. Je nach dem ob man ein sehr warmes Freiland hat, setzt man sie direkt ins Freie oder erst in ein Übergangsterrarium wo sie richtig auf die Beine kommen. Da die Tiere in der Natur auch direkt im Freiland leben, ist es immer ratsam sie dort so schnell wie möglich rein zu setzen.

Die Testudo hermanni boettgeri Jungtiere sind schon sehr robust und kommen auch mit Temperaturschwankungen gut klar. Wenn es ums Fressen geht, sollten sie von Beginn an die gleiche Nahrung erhalten wie die Elterntiere. Im Normalfall sind dies Wildkräuter wie Löwenzahn und alles andere was auch im heimischen Garten gerne als „Unkraut“ bezeichnet wird.

Haltung

Auf diesen Seiten möchte ich meine Erfahrungen, gemischt mit fachkundigem Wissen aus zahlreichen Büchern, Foren, Blogs und Beobachtungen, zum Thema Haltung von Griechischen Landschildkröten, mit den Lesern der Seite teilen.

Wichtig: Vorzugsweise berichte ich über die Haltung der Griechischen Landschildkröte im Freilandgehege. Wer keinen Garten zur Verfügung hat und keine andere Möglichkeit besitzt, seine Schildkröte im Freiland leben zu lassen, der sollte bei einer solchen Landschildkröte auch nicht auf ein Terrarium setzen. Zwar kann man einige Jahre seine Freude haben, aber die Schildkröten sind nur sehr, sehr schwer in Terrarien „gesund“ zu halten. Es kommt oft zu Höckerbildungen, Austrocknungen uvm. und das hat kein Tier verdient. Aus diesem Grund informiere ich ausschließlich über die Haltung der Schildkröten im Garten.

Mehr Infos in kommenden Absätzen

  • Einrichtung
  • Größe des Freigeheges
  • Umfriedung
  • Standort
  • Schutzhäuser
  • Terrarium

Haltung im Freigehege

Griechische Landschildkröten und auch alle anderen Landschildkröten aus Europa, sollten unbedingt in einem Freigehege gehalten werden. In einem Terrarium kann man einer Schildkröte keinesfalls eine artgerechte Haltung anbieten.

Schildkröten müssen Sonne tanken und da reicht es nicht, sie einfach mal am Nachmittag in den Garten zu setzen, eine halbe Stunde zu beobachten und sie dann wieder ins Terrarium zu verfrachten. Einerseits reicht das an Sonnenenergie nicht. Zweitens sind die Tiere nicht dafür gedacht, vom Menschen immer hin und her getragen zu werden. Das artet in Stress für die Tiere aus und macht sie auf Dauer krank. Hinzu kommt die Tatsache, dass nur im Freien ein Tier auch wirklich der Natur nahe gehalten wird. Im Freiland gibt es Temperaturschwankungen von Tag zu Nacht. Es wird deutlicher hell und dunkel. Es wachsen Wildkräuter im Gehege – wenn man sie lässt, und das ist empfehlenswert – und was ganz wichtig ist, die Tiere können sich aus dem Weg gehen.

Besonders die männlichen Schildkröten neigen gern zu etwas aggressiveren Verhalten gegenüber Artgenossen. Die Dominanz muss schließlich auch gezeigt werden. Das passiert besonders dann, wenn ein Männchen sich paaren möchte und dem Weibchen imponieren muss. Hier sollte das Weibchen immer die Chance haben, dem anderen Tier aus dem Weg zu gehen. Sich hinter blickdichten Büschen und Pflanzen verstecken zu können, oder einfach davonlaufen zu können.

Um mehr über die Haltung von Griechischen Landschildkröten zu erfahren, nutze einfach oben die Liste mit mehr Infos oder gehe über die Navigation an der rechten Seite.

Einrichtung

Das Freigehege kann weitgehend sehr frei gestaltet werden. Es sollten nur wenige Details beachtet werden, die unbedingt notwendig sind.

Frühbeet oder Gewächshaus

Sie müssen ein Frühbeet oder Gewächshaus aufbauen. Entscheiden Sie selbst, was der Platz erlaubt und was Sie möchten. Grundsätzlich gehen immer mehr Leute zu einem Frühbeet über, da es hier sehr gute Angebote gibt und diese wirklich ihren Zweck sinnvoll erfüllen. Schildkröten müssen sich im Frühbeet aber auch bewegen können. Stellen Sie also sicher, dass sie hier mindestens 1 Meter x 1 Meter oder ähnliche Verhältnisse anbieten. Außerdem brauchen die Schildkröten darin einen Platz zum baden und trinken. Fürs Trinken empfehle ich dringend eine Geflügeltränke zu nutzen. Eine normale Wasserschale wird sie auf Dauer deprimieren. Denn die Tiere nehmen sie als Bad und verdrecken das Wasser innerhalb weniger Stunden. Das Frühbeet dient bei Jungtieren auch als Ort für die Nahrungsaufnahme und bei vielen Haltern ist das Frühbeet für Schildkröten bis zu einer Panzerlänge von 10cm auch der einzige Lebensraum. Erst anschließend gehen sie ins ungeschützte Freiland. Ein Frühbeet muss vor Überhitzung gesichert sein. Mehr dazu finden Sie aber dann im Bereich „Frühbeet“ hier auf meiner Seite.

Legehügel und Sonnenplätze

Schildkröten möchten sich schnell und zu jeder Zeit in einem Sonnenbad gehen lassen. Schaffen Sie also Hügel durch Erde, oder mit anderen Mitteln höhergelegene Plätze, damit die Schildkröten sich mit dem Panzer zur Sonne wenden können und Energie tanken können. Außerdem sollten Sie einen Legehügel aufschütten. Türmen Sie einen Hügel mit Erde etwa 25 cm in die Höhe. Machen sie diesen ruhig in fünffacher Größe zur Schildkröte, damit diese auf dem Hügel etwas Platz hat. Der Hügel sollte locker sein um das Graben der Tiere zu erleichtern. Die Schildkröte wird diesen Hügel als Legestelle nutzen und darin ihre Eier verbuddeln.

Ein kleiner Sonnenhügel für Jungtiere – für Schlechtwettertage mit Wärmequelle

Steine, Baumstämme u.ä.

Schatten ist genau so wichtig wie Sonne. Wenn die Tiere ihre Temperatur erreicht haben, kann es später zu Überhitzungen kommen. Damit das nicht passiert, suchen die Tiere den Schatten und regulieren die Temperatur sehr gut selbst. Mit großen Steinen, Baumstämmen und Gruben, können Sie für solche Plätze sorgen. Bauen Sie Gruben und andere Unterschlupfmöglichkeiten aber immer und unbedingt einsturzsicher. Denken Sie daran, Ihre Tiere können graben und auch dann darf nichts einstürzen. Auch ein Holzhaus kann den Tieren ein sehr guter Unterschlupf sein. Das Holzhaus ist gleichzeitig das Schutzhaus was Schildkröten brauchen, wenn sie ihre Ruhe möchten oder tatsächlicher einer Gefahr entfliehen.

Schatten erreichen Sie auch mit Pflanzen – natürlich nicht unbedingt mit Futterpflanzen, da der Schatten sonst schnell dahin ist. Besonders beliebte Pflanzen sind „Feuerlilien“. Sie wachsen über 50 cm in die Höhe und bieten einen sehr angenehmen Schattenplatz. Außerdem sind Feuerlilien winterfest. Sie blühen jedes Jahr sehr schön.

Futterpflanzen

Das beste Schildkrötenfutter ist das Unkraut im eigenen Garten. Das sollte auch die Ernährung der Tiere sein, die sie über Jahrzehnte hinweg erfahren. Pflanzen Sie gezielt Unkraut auf der Freilandanlage im Garten an. Besonders beliebt und auch sehr gesund, sind hierbei Löwenzahn und Spitzwegerich. Futter sind aber auch Disteln, Winde, Klee und Breitwegerich. Und natürlich mögen Schildkröten auch Heu sehr gern. Das Futter sollte auch mit der Natur übereinstimmen. Und das geht eben am besten, wenn Sie natürliche Wildkräuter im Freigehege wachsen lassen. Nutzen Sie kein vermeintliches Schildkrötenfutter aus Zoogeschäften und verzichten Sie außerdem auch auf Katzenfutter, Gemüse und Obst. Das alles hat mit einer natürlichen Ernährung nichts zutun und kann die Tiere außerdem zu schnell wachsen lassen. Was sie erkranken lässt.

Größe des Freigeheges

Lesen Sie diesen Text von jung nach alt und Sie verstehen auch die ersten Sätze. An dieser Stelle (Größe des Freilandes) streiten sich die Geister. Jeder behauptet etwas anderes und es gibt sogar Leute, die meinen, es sei ein Freigehege erst ab 20 qm schon für Jungtiere wirklich gut geeignet. Da frage ich mich, ob die Leute schon mal auf einer 20qm Fläche standen und gesehen haben, wie viel das eigentlich ist. Keine Sorge, so groß muss ein Freigehege nicht wirklich sein. Außer man hat sehr viele Schildkröten oder beginnt direkt mit erwachsenen Schildkröten. Es gibt eine Faustregel die ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte.

Länge des Panzers multipliziert mit dem Wert 10 ergibt die Zentimeter in der Länge des Geheges als Mindestanforderung. Teilen Sie diesen Wert, haben Sie die Mindestbreite für Ihr Gehege. Diese Faustregel gilt für ein „Paar“. Haben Sie eine junge Schildkröte mit einem Panzer von 15 cm, sollten Sie das Gehege mindestens 1,50 Meter groß in der Länge anlegen und mindestens 75 cm in der Breite. Empfehlen kann ich Ihnen bei zwei bis fünf jungen Schildkröten aber eine Größe von 3 x 3 Meter oder ähnlichen. Da haben die Tiere ausreichend Platz um sich aus dem Weg zu gehen und Sie haben ausreichend Platz um ordentliche Einrichtungen aufzubauen. Außerdem sieht es auch viel schöner aus wenn man Tiere in so einem großen Freigehege beobachten kann. Mein Freigehege (in meinem alten Pool) hat eine Fläche von etwas mehr als 8 qm (4,5 Meter x 2 Meter). Natürlich müssen Sie die Fläche vergrößern, wenn Sie sich immer mehr Schildkröten anschaffen und natürlich unbedingt auch dann, wenn die Schildkröten im semi-adulten und im adulten Alter sind. Erwachsene Schildkröten sollten mindestens 10 qm zur Verfügung haben. Mit jeder weiteren Schildkröte sollte man den Lebensraum um 15 bis 20% vergrößern, damit diese sich immer noch gut aus dem Weg gehen können.

Und vergessen Sie nie, je größer das Gehege wird, desto mehr müssen Sie auch bei der Umfriedung aufpassen.

Wichtig für Jungtiere

Griechische Landschildkröten sind als Jungtiere lange klein. Wenn Sie ein Freiland planen – was unbedingt notwendig ist – dann schauen Sie bitte das genug Platz für später zur Verfügung steht. Wenn Sie 3qm für die Kleinen anbieten, ist das in den ersten zwei Jahren bei bis fünf Tieren wirklich in Ordnung. Denken Sie daran das die Tiere sich vergraben und Verstecke suchen und nutzen. Sie müssen die Tiere immer finden können. Bei mehr Quadratmetern wird das manchmal echt schwer. Bepflanzen und bebauen Sie das Freiland also nicht zu üppig, aber auch nicht zu knapp. Eventuell hilft es, wenn Sie den Boden in einer Hälfte deutlich härter pressen damit ein Graben nicht möglich ist.

Schutzhaus

Mindestens ein Schutzhaus muss im Freigehege zu finden sein. Man kann als Schutzhaus auch das Frühbeet verwenden und das machen auch viele. Wenn man etwas mehr Platz hat, sollte man aber ein anderes Schutzhaus aufbauen. Ein Holzhaus ist dafür schon gut geeignet. Es sollte leicht erhöht stehen, damit die Tiere bei Regen nicht im Nassen sitzen und auch kein Wasser ins Haus fließt. Das Haus sollte gut und gerne 90 cm hoch sein, damit Innen viel Luft ist. Der Eingang des Häuschen wird mit Lamellen oder anderen Flatterbändern verschlossen. Somit können die Tiere jederzeit rein und raus wandern. Aber es kommt keine starke Zugluft ins Haus.

Im Haus selbst, sollte man eine großzügige Schicht Erde + Sand als Gemisch lagern. Aber Vorsicht: Immer darauf achten das kein Staub entstehen kann. Die Atemwege der Tiere reagieren empfindlich auf Staub und sind aufgrund ihrer Nähe zum Boden auch sehr anfällig. Mit dem richtigen Gemisch sind hier 25 – 35 cm als Bodengrundlage sehr angenehm. Die Tiere können sich darin gut eingraben und nächtigen. Außerdem kommt Laub und / oder Heu ins Haus. Oft vergraben sich die Tiere dann unter diesen Materialien und nächtigen bis zum nächsten Morgen. Sie können auch einen Unterschlupf im Frühbeet etc. einbauen (Höhle).

Dach umbauen

Wenn Sie eine Holzhütte nehmen, hat diese beim Kauf oft ein Holzdach und ist innen sehr dunkel. Sie sollten das Dach dann durch eine Plexiglasscheibe ersetzen, um den Tieren Licht und Sonne zu bieten. Aber wie schon geschrieben, können Sie auch das Frühbeet als einziges Schutzhaus nutzen, sofern die Tiere dort immer selbstständig rein und raus kommen und nicht ständig getragen werden müssen.

Vor Überhitzung schützen

Auch eine Holzhütte wird warm und da man Frühbeet und Holzhaus über Nacht gut vor Feinden schützen muss, schließt man i.d.R. die Türen. Am nächsten Tag sollten die Türen aber sehr früh wieder geöffnet werden. Denn scheint die Sonne erst drauf, wird es schnell zu heiß. Das bringt die Tiere nicht gleich um, da Sie ja zuvor ordentlich Sand und Heu, sowie Laub mit eingelagert haben. Dort vergraben sich die Tiere dann schnell. Mit einer automatischen Türöffnung können Sie Überhitzung auch vermeiden. Die Tür wird dann bei der gewünschten Temperatur oder auch mit einer Zeitschaltuhr zur gewünschten Uhrzeit geöffnet.

Die Investitionen in Schutzhaus und Frühbeet lohnen sich auf jeden Fall. Den Schildkröten wird es dadurch viel besser gehen. Und ohne ein Frühbeet ist eine artgerechte Haltung von Griechischen Landschildkröten auch nicht möglich.

Frühbeet für Schildkröten

Unsere gepanzerten Freunde brauchen im Freiland entweder ein Gewächshaus oder ein Frühbeet. Beides kann gleichzeitig auch das Schutzhaus der Tiere darstellen. Ein Frühbeet muss nicht am besten Ort der Südlage platziert werden, sollte aber so stehen, dass die Tiere direkt die Morgensonne wahrnehmen können. Schildkröten lieben die Morgensonne und verpassen den Sonnenaufgang mit seinen ersten milden Strahlen nur ungern. Das Frühbeet dient der Wärmequelle an kühlen Tagen, aber ist auch der Ort an dem die Tiere ihre Trinkbehälter finden. Beim Zufüttern der Tiere sind im Frühbeet auch die Sepiaschalen zu finden. Die Grundnahrung der Tiere sollte aber im Freiland wachsen und den Tieren zur Selbstbedienung zur Verfügung stehen. Mehr zum Inhalt des Frühbeets inkl. Wärmelampen, UV Licht etc. zeige ich euch dann anhand meines eigenen Frühbeets für meine Griechische Landschildkröte.

Was für ein Frühbeet ist gut für Schildkröten?

Grundsätzlich braucht man feste Frühbeete. Ein Tunnel-Frühbeet ist für Schildkröten aus verschiedenen Gründen unpassend. Zum einen öffnen sich die Deckel nicht automatisch und zum anderen sind die Wände nicht stabil. Schildkröten haben Kraft und brauchen daher Widerstand.

Es gibt Frühbeete mit Türen und ohne Türen. Da man ein Frühbeet für Schildkröten meistens erhöht baut, kann man im eigenen Unterbau eine Tür einbauen. Das spart Kosten bei der Anschaffung des Frühbeets. Frühbeete mit Tür sind recht teuer da die Hersteller hier Profit wittern. Um Heizkosten zu sparen sollte man ein Frühbeet mit starken Stegdoppelplatten kaufen. 6mm sind die Mindestanforderung bei Schildkröten und bei 16mm spricht man von optimalen Frühbeeten.

Frühbeete von Beckmann, Siena Garden, Einhell und Juwel sind die gängigen Geräte unter Schildkrötenbesitzern und Züchtern. Ein Frühbeet sollte mindestens ein Quadratmeter darstellen und kann immer nur ein Unterschlupf sein. Dieser aber auch nur für Jungtiere. Wachsen die Tiere, muss auch das Frühbeet wachsen. Man kann dann meistens Verlängerungen kaufen und improvisieren und selbst mehrere Beete zusammenbauen.

Ein Dach zum Öffnen ist Pflicht und dafür muss man unbedingt einen automatischen Öffner kaufen. Die meisten Öffner brauchen keinen eigenen Strom. Sie öffnen das Dach bei zu hoher Temperatur und beim Abkühlen schließen sie es wieder. Das ganze passiert über Wachspatronen. Gute Öffner bekommt man für knapp 20 Euro im Baumarkt oder Onlineshop. Wie schon geschrieben, zur Ausstattung beim Frühbeet für Schildkröten schreibe ich noch einen anderen Beitrag.

Standort Schildkrötengehege

Das Freigehege für Griechische Landschildkröten sollte generell auf einer Südseite im Garten sein. Wenn der Garten selbst schon keine Südseite hat, ist es wichtig, dass man viele kleine Steilhänge mit Erdhügeln, größeren Steinen und Baumstämmen aufbaut. Die Schildkröten werde sich Hügel suchen, um sich daran zur Sonne auszurichten. Wenn der Garten auf der Nordseite liegt, ist es denkbar ungünstig für ein Freigehege. Man muss alles was die Sonne nicht schafft, durch technische Ausrüstung künstlich erschaffen. Und wenn gar keine Sonnenenergie auf das Gehege kommt, kann man eine gute und artgerechte Haltung nicht wirklich gewährleisten.

Ein Freigehege auf der Südseite ersetzt jedoch trotzdem kein Frühbeet oder Gewächshaus für Schlechtwettertage und Übergangszeiten. Dies sollt man immer im Freigehege für seine Schildkröten aufgebaut haben.

Im Gegensatz zu Erdhügeln, können Baumstämme (unbehandelt) und andere größere Gegenstände gleichzeitig auch als Schattenplatz und Schutz dienen. Schildkröten suchen die Sonne um ihren Organismus auf Temperatur zu kriegen. Sie dürfen aber nicht überhitzen und suchen deshalb auch Unterschlupf und schattige Plätze. Besonders auf der Südseite muss immer für viele Schattenplätze gesorgt werden.

Merke also fürs Freigehege

  • Südseite (optimal)
  • Ostseite (gut)
  • Westseite (gut)
  • Nordseite (schlecht)
  • Sonnenhügel
  • Schattenplätze & Unterschlupfmöglichkeiten
  • Frühbeet o. Gewächshaus, egal welcher Standort
  • Weit entfernt von großen Straßen wg. Abgasen & Lärm

Hinweis: Wer europäische Landschildkröten (egal welcher genauen Abstammung) in Deutschland halten möchte, sollte dafür sorgen das die Sonne mindestens ihre acht Stunden auf das Freigehege scheinen kann. Das sind optimale Voraussetzungen für die Haltung und gleichzeitig schont es auch die Energiekosten für Strom. Das halten in Schlechtwetterregionen mit viel Regen und eher kühlen Sommern ist nicht empfohlen. Wenn man es trotzdem macht, sollte man immer für ausreichend trockene Flächen im Gehege sorgen. Bestenfalls auch für unbeheizte Gewächshäuser, in denen die Schildkröten sich wohlfühlen können.

Umfriedung

Die Umfriedung ist für ein Freilandgehege bei Schildkröten sehr wichtig. Besonders im jungen Alter sind sie eine beliebte Beute für viele andere Tiere. Krähen und Elstern sind stets eine reale Bedrohung und deshalb brauchen Schildkröten auch Schutzhäuser und Unterschlupfmöglichkeiten in denen sie schnell verschwinden können. Ratten, Mader und Mauswiesel sind weitere Bedrohungen für die Tiere. Die Bedrohlichkeit nimmt ab, wenn die Schildkröten erwachsen werden. Bis ca. 500 Gramm sollte man sich besonders vor Vögeln in Acht nehmen. Eine Umfriedung ist im Grunde nur der Schutz der Schildkröten vor eigenen Interessen und vor Angriffen anderer Tiere. Das Thema ist wichtig, aber nach der ersten Umsetzung auch auf Dauer vom Tisch.

Umfriedung als seitliche Grenzen

Schildkrötengehege sollten mit Holzpalisaden, großen Steinplatten, Brettern und / oder anderen „undurchsichtigen“ Materialen abgegrenzt werden, damit die Tiere das Gehege nicht verlassen können. Wichtig ist hierbei, auch ein Untergraben zu verhindern. Daher sollten 20 – 25 cm, besser jedoch 30 cm tiefe Begrenzungen genutzt werden. Nach oben hin muss man mindestens 50 cm aufbauen. Ich empfehle Ihnen aber 60 – 70 cm, da Schildkröten sich auch gern gegenseitig helfen und Huckepack auch höhere Hindernisse überwinden können. Wenn Sie diese Höhen und Tiefen einhalten, verhindern Sie ein Ausbrechen der Schildkröten und gleichzeitig auch einen Einbruch vieler anderer Tiere. Denn auch ein Igel kann gefährlich sein.

Die Grenzen dürfen wie schon geschrieben, nicht durchsichtig sein. Sonst wandern die Tiere immer im Gehege an den Grenzen entlang und versuchen sie ständig zu überwinden. Das kann die Tiere buchstäblich verrückt machen und sie werden das Hindernis nie akzeptieren. Ebenso dürfen sich Schildkröten nicht in Grenzen spiegeln.

Umfriedung zum Schutz von oben

Zum Schutz vor Krähen, Elstern und anderen Eindringlingen von oben, können Sie das Gehege mit einem Gitter abdecken. Bauen Sie sich aus stabilem Draht einen Deckel und legen Sie diesen auf das Gehege. Bei erwachsenen Schildkröten müssen Sie das nicht mehr tun. An Schlechtwettertagen können Sie über das Gitter auch einfach noch eine Plane legen, die das Gehege vor ständigem Regen schützt. Erwachsene Tiere suchen sich ihren Schutz im Schutzhaus und anderen Verstecken.

Achten Sie bei Abdeckungen darauf, dass die Schildkröten diese nicht erreichen können. Wenn Sie eine ordentliche seitliche Grenze gebaut haben, ist der Abstand in die Höhe allein dadurch bereits ausreichend sichergestellt. Legen Sie bei Regen keine Planen ohne festen Halt über das Gehege. Stehendes Wasser erschwert die Plane und drückt sie ggf. ins Gehege. Das stresst die Schildkröten und lässt sich auch an die Plane kommen.

Tipp: Holzpalisaden sehen zwar oft schöner aus, fangen aber mit der Zeit an und geben im Erdreich nach. Sie müssen die Grenzen also jedes Jahr gründlich kontrollieren, damit sie nach dem Winter auch fürs weitere Jahr ausreichend Schutz bilden und stabil bleiben.

Terrarium für Schildkröten

Griechische Landschildkröten im Terrarium zu halten ist grenzwertig und je nach Größe des Tieres und des Terrariums, darf man dies als Tierquälerei bezeichnen. Unter bestimmten Umständen jedoch ist ein Terrarium wichtig und notwendig, deshalb muss jeder Halter von Landschildkröten auch immer mindestens ein Terrarium eingerichtet haben. Die nachfolgenden beiden Terrarien bezeichnen auch zugleich den Einsatzzweck. Vom Inhalt sind die Terrarien sich gleich. Jedoch sitzt in einem Quarantäne-Terrarium immer nur ein Tier allein.

  • Quarantäne-Terrarium
  • Übergangsterrarium

Das Quarantäne-Terrarium sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein Tier erkrankt ist oder ein neues Tier kommt und man noch nicht beim Tierarzt war. Denn jedes neue Tier was in eine Gruppe integriert werden soll, muss zuvor von einem Tierarzt auf Parasiten und Krankheiten gecheckt werden. Vorher darf es keinesfalls in eine Gruppe – Ansteckungsgefahr!

Beim Übergangsterrarium spricht man von jenen, welche für die Vorbereitungen zur Winterstarre genutzt werden oder zum Auswintern nach der Winterstarre. Hier setzen viele Halter die Tiere kurze Zeit in ein Terrarium um sie langsam an die Temperaturen zu gewöhnen. Je nach Anzahl der Tiere muss ein Übergangsterrarium sehr groß sein. Man nutzt es auch für Schildkröten ohne Winterstarre – zum Beispiel Pantherschildkröten.

Größe des Terrariums

Von der Größe ist es egal ob es ein Übergangs- oder Quarantäne-Terrarium sein soll. Wichtig ist, welche Tiere in diesem Terrarium einen Platz finden sollen. Jungtiere der Griechischen Landschildkröte brauchen bei bis zu 5 Tieren eine Fläche von mindestens 2 Quadratmetern um sich auf die Winterstarre vorzubereiten oder in Quarantäne noch genug Platz zu haben. Bei adulten Landschildkröten dieser Art sind mindestens 3qm für ein Tier notwendig und mit jedem weiteren Tier sollte man einen halben Quadratmeter hinzufügen.

Inhalt des Terrariums

Im Terrarium muss sich mindestens ein Versteck befinden. Hierfür eignen sich Höhlen sehr gut, da die Schildkröten darin auch sehr gerne nächtigen und dösen. Außerdem sollte eine Wasserstelle eingerichtet sein damit die Tiere baden und trinken können. Nicht vergessen, täglich Wasser wechseln. Ein Futterplatz – wenn nicht ausreichend Pflanzen – sollte ebenfalls da sein und diesen auch immer an der gleichen Stelle belassen. Landschildkröten sind Gewohnheitstiere. Für einen ordentlichen Ausgleich an Licht sorgt im Terrarium eine UV Lampe. Hierfür sind kleine UV-Kompaktlampen aber nicht ausreichend. Die Sonne leistet am Tag über 100.000 Lux und eine kleine Kompaktlampe schafft oft nur 10.000 Lux.

Eine Lucky Bright Sun 70 Watt bringt deutlich bessere Leistung und schafft es auf etwa 60.000 Lux. Kaum ein anderes Produkt kommt auf ähnliche Werte und kann eine ebenso große Haltbarkeit aufweisen. Aus diesem Grund sollte unbedingt solch ein Produkt im Terrarium sein. 95% der Energie bringt die Lampe in die Lichtleistung und 5% bleiben für Wärme. Trotzdem kann die Lampe durchaus auch als Wärmelampe parallel funktionieren. Das sollte man einfach messen. Ansonsten muss eine Wärmelampe zusätzlich installiert sein, damit unter dieser 45 Grad erreicht werden. Diese brauchen Schildkröten um auf Temperatur zu kommen. Ein Stein unter der Lampe dient als Wärmespeicher!

Klettermöglichkeiten

Landschildkröten müssen Klettermöglichkeiten haben. Die Tiere sind sehr gerne in Bewegung und bauen durch ständiges herumlaufen und klettern ihre Muskeln auf. Die Höhle zum Beispiel. Wenn man die Höhle an einer Seite von außen mit Erde aufschüttet, kann man erreichen das Schildkröten sie nicht nur als Unterschlupf nutzen, sondern auch für Kletterübungen und dann auf ihr herumlaufen oder entspannen. Kleine aber stabile Äste sind toll als Hindernisse, genau wie Steine (nicht zu klein, wegen Gefahr des Verschluckens).

Fazit zum Terrarium

Ein Terrarium einzurichten ist nicht schwer, aber man sollte bei all den tollen Dingen eines nicht aus dem Auge verlieren: Es ist nur für den Übergang! Die Tiere brauchen neben Kletter- und Schlafplätzen auch noch Platz um einfach eben zu laufen. Also nicht alles mit wunderschönen Dingen verbauen, sondern auch freies Land lassen. Vergessen darf man auch nicht die Futterpflanzen. Denn Tiere wollen jederzeit Futter um sich haben und bedienen sich gerne selbst. Löwenzahn wächst gut in einem Terrarium.